sparmassnahmen_tagblatt 17.11.2025
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18.11.2025 – Inklusion

Wir reden wieder über Doppelzimmer

Der Kanton St.Gallen will sparen, auch im Sozialbereich. Martin Landolt, CEO der Valida, sprach mit dem St.Galler Tagblatt über diese Entwicklung und wie sich die Massnahmen konkret in unserem Unternehmen auswirken würden.

Grundsätzlich wird die Valida gegen die Sparvorschläge im Behindertenbereich des Kantons nicht vorgehen. Denn ein Teil dieses Pakets führt in die richtige Richtung. Zum Beispiel befürwortet Martin Landolt den vereinfachten Zugang zu einem Leben in der eigenen Wohnung. Das bringt mehr Selbstbestimmung, entspricht der UN-Behindertenrechtskonvention und ist richtig, sofern gut umgesetzt.

Hingegen kritisiert er den geplanten Verzicht des Kantons auf den Teuerungsausgleich für die nächsten drei Jahre. Das widerspricht insbesondere dem Ziel der Pflegeinitiative, die Pflegeberufe zu stärken. Die Valida verliert zudem an Attraktivität als Arbeitgeberin und macht es in Zeiten des Fachkräftemangels umso schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden.

Weiter erscheint der Vorschlag, Pflegeleistungen in Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen künftig über die Krankenversicherer abzurechnen fragwürdig. Es entstehen unnötige Bürokratie und Mehrkosten, da neu zwei Systeme geführt werden müssen. Und zum Schluss bedeutet dies, höhere Ausgaben für die Prämienzahlerinnen und -zahler.

Ob das Sparpaket tatsächlich die gewünschten Einsparungen bringt, bezweifelt Martin Landolt.  Wohnen Menschen mit einer Beeinträchtigung vermehrt in eigenen Wohnungen, führt dies nicht automatisch zu tieferen Kosten. Manche Menschen brauchen weniger Unterstützung, andere aber mehr. Dann erhöht sich der Aufwand beispielsweise durch zusätzliche Wege, mehr Organisation, mehr Pikettdienst – insbesondere wenn die Betreuung nicht mehr zentral stattfindet.  Zudem kritisiert Martin Landolt den geforderten raschen Wechsel zu ambulanten Angeboten. Menschen mit einer Beeinträchtigung benötigten Zeit, um sich auf ein selbstständigeres Leben vorzubereiten – vom Einkaufen und Kochen bis hin zum Finden eines sozialen Gleichgewichts.  Die Umstellung brauche daher nicht nur Vorbereitung, sondern auch Flexibilität. Menschen müssen bei Bedarf in eine Wohngruppe zurückkehren können. Deshalb sollte nicht das Sparziel im Vordergrund stehen, sondern der Kern der UN-Behindertenrechtskonvention: echte Wahlfreiheit für Menschen mit Unterstützungsbedarf.

Den Artikel gibt’s für Tagblatt-Abonnentinnen und -Abonnenten hier nachzulesen:

Sparen im sozialen Bereich, Artikel vom 15.11.2025

Martin Landolt_Valida

«Wir dürfen nicht primär an die Millionen denken, die sich sparen lassen, sondern an den ursprünglichen Sinn der UN-Behindertenrechtskonvention. An die Wahlfreiheit für Menschen mit Unterstützungsbedarf.»

Martin Landolt
CEO der Valida

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Valida_Sabine Göltenboth

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