20.01.2026 – Bildung
Vom Pilotprojekt zum etablierten Ausbildungsweg
Vor zweieinhalb Jahren gründeten die sozialen Unternehmen Valida, HPV Uzwil-Flawil und obvita die übergreifende «Berufsfachschule PrA Ost». In einem Pilotprojekt wurde geprüft, ob Synergien für die Praktische Ausbildung (PrA) von Menschen mit Unterstützungsbedarf sinnvoll genutzt werden können. Heute sind sich alle einig: Die Berufsfachschule PrA Ost hat sich etabliert und ist nicht mehr wegzudenken. Auch die Entwicklung von 25 zu 100 Lernenden zeigt: Die Kooperation hat Anspruch auf eine feste Verankerung in der Ostschweizer Bildungslandschaft.
Weg vom Pilotprojekt, hin zur festen, gemeinsamen Kooperation. Darüber freuen sich die Initiantinnen und Initianten der «Berufsfachschule PrA Ost» enorm. Im Frühjahr 2024 bündelten die sozialen Unternehmen Valida, HPV Uzwil-Flawil und obvita im Bildungsbereich ihre Kräfte. Aufs neue Schuljahr hin wurden Schülerinnen und Schüler je nach Berufsrichtung einem jeweiligen Kompetenzzentrum über die Unternehmensgrenzen hinaus zugewiesen. Es betraf damals 25 PrA-Lernende aus sieben verschiedenen Berufsrichtungen.
Bis heute konnten wertvolle Erfahrungen gesammelt werden. Mittlerweile besuchen knapp 100 Lernende aus über zehn sozialen Unternehmen, aber auch erste PrA-Lernende aus dem allgemeinen Arbeitsmarkt, die «Berufsfachschule PrA Ost». Sie absolvieren pro Woche einen ganzen Schultag (inklusive Fachkunde und Sport) an einer der drei Schulen gemeinsam mit Lernenden aus anderen Betrieben. Die Synergien bringen die Schulen weiter und gemeinsame Standards entstehen. Diese sichern die Qualität der Ausbildungen unabhängig vom jeweiligen Betrieb.
Schülerinnen und Schüler schätzen das neue Angebot
«Heute wissen wir: Den Unterricht ausserhalb des eigenen Lehrbetriebs zu besuchen, funktioniert für alle Schülerinnen und Schüler», freut sich Jasmin Fischer, Mitinitiatorin des Projekts. «Dafür müssen aber die Grundlagen stimmen», weiss sie. «Diese beabsichtigen für jede Person eine individuelle Lösung. Den Ausbildungsbetrieben und den Schulen ist es wichtig, dass es auch Ausnahmen geben kann. Sind die Hürden zu gross, bleibt der Unterricht im eigenen Betrieb», erklärt das Geschäftsleitungsmitglied der Valida.
Nebst den wertvollen Synergien der gemeinsamen PrA-Ausbildung schätzen die Jugendlichen insbesondere den sozialen Austausch mit Gleichaltrigen mit ähnlichen Interessen. Der Besuch der Berufsfachschule ausserhalb des eigenen Lehrbetriebs fördert zudem die Selbstständigkeit und stärkt das Selbstvertrauen der Lernenden.
Die PrA-Ausbildung entwickelt sich
Die Berufsfachschule PrA Ost kann und soll sich kontinuierlich weiterentwickeln, um den Lernenden bestmögliche Perspektiven zu bieten. Bereits heute finden erste Ausbildungen in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes statt, wodurch wertvolle Praxiserfahrungen gesammelt werden können. Diese Entwicklung stärkt die beruflichen Kompetenzen der Lernenden und erleichtert den Übergang in die Arbeitswelt. Zusätzlich führt die Berufsfachschule PrA Ost Gespräche mit öffentlichen Berufsfachschulen, um neue Kooperationswege zu erschliessen. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, Ausbildungsangebote weiter auszubauen, Synergien zu nutzen und die Qualität der PrA-Ausbildung kontinuierlich zu verbessern.
Ein besonderer Dank gilt der IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt St. Gallen (SVA) für die konstruktive Zusammenarbeit sowie für die wertvolle Unterstützung dieser Idee.
Beitrag SRF Regionaljournal
Jasmin Fischer im Interview, 27.01.2026