01.12.2025 – Inklusion
16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Behinderungen
Frauen und queere Personen mit Behinderungen sind zwei- bis viermal häufiger von Gewalt betroffen als Menschen ohne Behinderungen. Dennoch werden sie in Statistiken oft nicht erfasst und erhalten nur selten ausreichenden Schutz oder Unterstützung. Um ihre Erfahrungen stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, stellt die nationale Präventionskampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» vom 25. November bis 10. Dezember 2025 diese Gruppe in den Mittelpunkt. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem Thema «geschlechtsspezifische Gewalt und Behinderungen».
Die Valida als Vorreiterin, wenn es um Schutz geht
In der Schweiz sind viele Unterstützungsangebote nur schwer zugänglich, aufgrund von fehlendem politischem Willen. Barrierefreie Beratungs- und Anlaufstellen, hindernisfreie Websites, Informationen in Leichter Sprache oder mit Gebärdensprachdolmetschung gibt es leider selten. Die Valida setzt sich mit diesem Manko schon länger und intensiv auseinander. Genau daraus entstand die Idee, ein Kompetenzzentrum für sexuelle Gesundheit zu schaffen. Ein Angebot, dass es in dieser Form in der Schweiz nicht gibt – und verbreitet so dringend nötig wäre. Dieser barrierefreie Raum für Menschen mit Behinderungen bietet beispielsweise Beratungen und Weiterbildungen zum Thema «Formen von sexualisierter Gewalt» an. Auch für Angehörige und Fachpersonen gibt es spezifische Kurse zum Thema Umgang mit Grenzverletzungen. Das Angebot ist umfassend und individuell je Bedürfnisse – unter der Seite valida.ch/kompetenzzentrum ist eine Übersicht auffindbar.
Zusammen gegen geschlechterspezifische Gewalt
Dieses Jahr engagieren sich in der Schweiz mehr als 300 Organisationen gegen die geschlechtsspezifische Gewalt oder eben Gewalt, die Menschen mit Behinderungen betrifft. Während 16 Tagen wird die Kampagne diesen Appell mit konkreten Aktionen sichtbar machen: Filmvorführungen, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Strassenaktionen und digitalen Kampagnen. Am 25. November startete die Kampagne in Bern mit einer symbolischen Aktion. Am 10. Dezember bietet das Online-Forum «Körper im Widerstand: Geschlecht, Behinderung und Gewalt kritisch analysieren» einen neuartigen Austauschraum für Fachpersonen aus den Bereichen Behinderungen, Gleichstellung und Gewaltprävention.
Weitere Informationen:
Drei Opferberatungsstellen aus dem Kanton Zürich erstellten zusammen mit dem Verein Mensch zuerst ein Kurzvideo. Menschen mit Behinderungen erklären in leichter Sprache die Opferhilfe. Ziel ist es, Betroffene mit Behinderungen anzusprechen, ihnen ihre Rechte aufzuzeigen und sie zu ermutigen, bei Gewalterfahrungen Kontakt mit einer Opferberatungsstelle aufzunehmen. Schau rein!